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Alten Nagel weiterverwenden: Warum das oft besser hält als neu bohren

From Freakapedia

Zum Schluss wird das Außenmaß des Passepartouts geprüft. Es muss in den Rahmen passen und dort mit etwas Spiel liegen, damit sich Karton und Bild nicht verziehen. Wer das Außenmaß zu knapp wählt, bekommt Wellen im Passepartout; wer es zu großzügig wählt, hat sichtbare Lücken im Falz. Kontrolliere nach dem Schneiden alle vier Innenkanten mit einem Winkel und lege das Motiv probeweise ein. Erst wenn Überlappung, Innenmaß und Randbreite an jeder Seite stimmen, wird das Bild montiert.

Zunächst gilt es, den Nagel richtig zu ziehen. Ein normales Küchenmesser oder ein flacher Schraubendreher eignet sich nicht, weil der Druck zu punktuell ist und der Putz leicht abplatzt. Besser ist eine Zange mit flacher Backe oder ein spezieller Nagelzieher. Setze das Werkzeug direkt am Nagelkopf an und hebble den Nagel mit langsamen, gleichmäßigen Bewegungen heraus. Unterlege ein Stück Pappe oder Holz zwischen Wand und Werkzeug, damit du den Putz nicht eindrückst. Bei einem Nagel, der tief sitzt, hilft es, vorher mit einem dünnen Bohrer oder einem alten Schraubendreher den Putz rund um den Kopf leicht anzulösen.

Für eine geneigte Wand eignen sich Dübel und Schrauben, die für den Untergrund geeignet sind. Bei Gipskarton oder Holz müssen spezielle Dübel verwendet werden, die sich spreizen und die Last verteilen. Ein einfacher Nagel hält nicht. Bohren Sie ein Loch, setzen Sie den Dübel ein und drehen Sie eine Schraube mit einem möglichst flachen Kopf hinein. Der Kopf sollte nicht überstehen, damit der Behang nicht daran reibt. Hängen Sie den Behang nicht direkt an die Schraube, sondern verwenden Sie eine Öse oder einen Haken, der fest mit dem Makramee verbunden ist. Ein Karabinerhaken kann helfen, den Behang schnell abzunehmen.

Ein häufiges Problem entsteht bei Bildern mit Beschnitt. Wenn ein Motiv nicht mittig im ursprünglichen Foto sitzt, liegt die optische Mitte woanders als die mathematische. Hier hilft es, das Bild zuerst zuzuschneiden, sodass das Motiv zentriert ist, und erst danach die Ausrichtung vorzunehmen. Wer den Beschnitt erst nach dem Zentrieren durchführt, muss die gesamte Anordnung erneut prüfen. Das kostet Zeit und führt leicht zu Fehlern.

Der einfachste Weg führt über die Hilfslinien der Bildbearbeitung. In den meisten Programmen lassen sich Lineale und Führungslinien einblenden. Man zieht eine vertikale Führung in die Mitte der Arbeitsfläche, eine horizontale in die Höhe der gewünschten Bildmitte. Dann verschiebt man jedes Bild so, dass seine eigene Mittelachse exakt auf der Führung liegt. Der typische Fehler dabei: Man richtet das Bild an seinem Begrenzungsrahmen aus, obwohl der Rahmen unterschiedlich dick ist. Wer den Rahmen zuerst auf beiden Bildern auf denselben Wert setzt, vermeidet diese Verschiebung.

Wer sich an den Grundsatz hält, den Haken nicht als Hebel zu benutzen und den Streifen parallel zur Wand langsam zu ziehen, wird in den meisten Fällen keine sichtbaren Spuren hinterlassen. Die Geduld beim Ablösen ist am Ende kürzer als das Ausbessern einer abgerissenen Tapete.

Ein Bild, das an einer Leiste nicht gerade hängt, ist selten ein Zeichen für eine schlechte Leiste. Meistens liegt es an der Aufhängung, an der Wand oder an der Art und Weise, wie das Bild befestigt wurde. Bevor man also die Leiste austauscht oder neu bohrt, lohnt es sich, die tatsächliche Ursache zu finden. Der häufigste Fehler ist, sofort stärkere Dübel zu kaufen, obwohl das Problem ganz woanders liegt.

Am Ende bleibt eine Regel: Erst den Bezugspunkt festlegen, dann beide Bildmitten getrennt berechnen, dann ausrichten und zuletzt kontrollieren. Wer diese Reihenfolge einhält, vermeidet die typischen Fehler wie das Ausrichten am Rahmen, das Verwechseln von optischer und mathematischer Mitte und das nachträgliche Verschieben durch Beschnitt. Zwei Bilder, deren Mittelachsen übereinstimmen, wirken unabhängig von ihrer Größe geordnet und bewusst gesetzt.

Haken, Draht und Aufhänger richtig einstellen Wenn die Leiste fest sitzt, liegt der Fehler oft am Aufhängesystem. Viele Bilder werden mit einem Draht oder einer Schnur aufgehängt, der oder die zu lang ist. Dadurch rutscht das Bild nach unten und hängt schief. Die Lösung: Den Draht kürzen, sodass der Aufhängepunkt möglichst nah an der Oberkante des Rahmens liegt. Bei zwei Haken an der Leiste muss die Schnur straff gespannt sein. Ein häufiger Fehler ist, den Draht nur einmal um die Haken zu wickeln. Besser ist es, ihn zweimal zu wickeln und dann zu verknoten, damit er nicht verrutscht. Bei schweren Bildern sind zwei getrennte Aufhänger an der Leiste statt eines durchgehenden Drahtes die stabilere Wahl.

Ein Bild abhängen, ein Regal versetzen, einen Spiegel umplatzieren – und schon stellt sich die Frage: neues Loch bohren oder den vorhandenen Nagel weiter nutzen? Wer den alten Nagel weitverwendet, spart nicht nur Zeit, sondern vermeidet auch zusätzliche Löcher in der Wand. Besonders in Mietwohnungen ist das ein handfester Vorteil, denn jede überflüssige Bohrung kostet beim Auszug Geld oder Nerven. Die Kunst liegt darin, den Nagel sauber aus der Wand zu bekommen, ohne den Putz großflächig zu beschädigen.